Bundesliga 19/20

Pos.
Mannschaft
Sp.
To.
Pkt.
1
SC Magdeburg
1
38:26
2
2
THW Kiel
1
31:24
2
3
TSV Hannover-Burgdorf
1
36:30
2
4
Bergischer HC
1
26:21
2
5
SG Flensburg-Handewitt
1
24:19
2
6
TBV Lemgo
1
32:28
2
7
Rhein Neckar Löwen
1
26:23
2
8
SC Dhfk Leipzig
1
24:23
2
9
HC Erlangen
0
0:0
0
9
TV Bittenfeld
0
0:0
0
11
Füchse Berlin
1
23:24
0
12
TSG Ludwigshafen-Friesenheim
1
23:26
0
13
HSG Wetzlar
1
28:32
0
14
HSG Nordhorn-Lingen
1
21:26
0
15
MT Melsungen
1
19:24
0
16
TSV GWD Minden
1
30:36
0
17
Frisch Auf Göppingen
1
24:31
0
18
HBW Balingen/Weilstetten
1
26:38
0

Von Daniel HundMannheim. Und am Ende lächelten sie dann doch noch, die Rhein-Neckar Löwen. Spät war’s da schon. Kurz nach 22 Uhr. Nacheinander stiefelten die Gelben am Samstagabend in Richtung Arenabauch. Ein echtes Kampfspiel lag da hinter ihnen, ein 26:20 (15:9)-Arbeitssieg gegen den Bergischen HC. Geballte Freude und grenzenloser Jubel? Fehlanzeige! In den Gesichtern war vor allem eins abzulesen: Erleichterung. Denn ganz ohne Zittern ging es auch diesmal nicht.Wenig später saß Trainerfuchs Nikolaj Jacobsen, 47, oben auf dem Podium im Presseraum. Den Daumen am Kinn, den Zeigefinger an der Stirn, die Spiel-Statistik vor der Nase - grübel, grübel und studier. Was ihm nicht passte? Na, diese ersten 10, 15 Minuten nach der Pause natürlich. Eine Phase, in der plötzlich nichts mehr stimmte, der totale Löwen-Zusammenbruch drohte. "Diese Minuten", legte Jacobsen nochmals den Finger in die Wunde, "diese Minuten werde ich so schnell nicht vergessen. Ich erwarte mehr von den Jungs. Kämpferisch bewegen wir uns leider nicht immer am Optimum." Und weiter: "45 Minuten lang war das diesmal gut, aber warum kriegen wir das nicht über 60 Minuten hin?"Eine Frage, die in dieser Saison irgendwie Programm ist, denn die Formkurve geht hoch und runter. Insbesondere nach der Pause gehört eine kollektive Tiefschlafphase mittlerweile fast schon dazu. Jacobsen weiß das. Am Samstag wirkte der Däne ratlos: "Wir hatten uns in der Kabine während der Pause extra nochmals eingeschworen, haben klar angesprochen, dass die ersten zehn Minuten ganz wichtig sind, weil wir uns da schon vorentscheidend absetzen können und dann das."In Zahlen: Die 15:9-Pausenführung schrumpfte und schrumpfte. Beim 15:13 (38.) platzte dem Weltmeister auf der Löwen-Bank dann der Kragen. Jacobsen tobte, schnappte sich die "Grüne Karte" und knallte sie auf den Zeitnehmertisch: Auszeit! Eine Standpauke von 60 Sekunden folgte. Und die fruchtete. Glänzen war danach dann zwar auch nicht mehr angesagt, aber Disziplin und Leidenschaft kehrten zurück. Der Rest war Formsache, der Sieg nie mehr ernsthaft in Gefahr.Trotzdem war es wieder einmal einer dieser Auftritte, die nicht nur die Fans nachdenklich machen. Wo ist sie nur hin, diese Leichtigkeit, mit der die Löwen die letzten drei Jahre das deutsche Handball-Oberhaus dominiert haben? Die Negativspirale begann eigentlich schon in der letzten Saison nach einem der größten Erfolge der Vereinsgeschichte: Anfang Mai 2018 setzten sich die Löwen im elften Anlauf endlich beim Final Four in Hamburg die Krone im DHB-Pokal auf. Der Jubel war grenzenlos und auch die dritte Meisterschaft in Folge schien nur noch Formsache zu sein. Doch es kam anders, richtig bitter: Die gelben Riesen rutschten aus der Spur, verspielten tatsächlich noch den Titel und seitdem ist nichts mehr wie es war. Das Selbstverständnis ist weg. Hinzu kam im Sommer 2018 ein großer Umbruch.Rückschläge gab es in dieser Saison schon ein paar. Aber der vom vergangenen Mittwoch war offenbar ein Mega-Tiefschlag, der auch am Samstag noch nachwirkte. Bei Andreas Palicka, 32, dem starken Löwen-Keeper, zum Beispiel. Angesprochen auf den Sieg gegen den BHC wich der Schwede aus und rückte ganz bewusst nochmals die 27:30-Pleite gegen Skopje in den Fokus: "Für diese Leistung muss und will ich mich bei den Fans noch einmal entschuldigen, das war eine Katastrophe. Ich schäme mich dafür", sagte Palicka mit versteinerter Miene. Gleichzeitig nahm er seine Kollegen aber auch in Schutz: "Gegen Skopje hatte das nichts mit Arroganz zu tun, sondern damit, dass wir in diesem Spiel unsere Leistung einfach nicht gefunden haben." Sei’s drum, der Sieg über den BHC war - klammert man die Tiefschlafphase nach dem Wechsel mal aus - ein Schritt in die richtige Richtung. Gerade die Abwehr stand sicher, ließ kaum etwas zu. Am Donnerstag ab 19 Uhr werden sie in Minden mehr davon brauchen.Spielfilm: 2:2, 3:4, 7:5, 10:8, 15:9 (Halbzeit), 15:13, 21:18, 23:19, 26:20 (Endstand).Löwen: Guardiola 5, Petersson 5, Radivojevic 4, Sigurdsson 3, Kohlbacher 3, Lipovina 2, Larsen 2, Taleski 2.BHC: Nippes 6/2, Dari 3, Bettin 2, Kotrc 2, Baena 1, Fraatz 1, Criciotoiu 1, Baback 1, Gutbrod 1, Arnesson 1Zuschauer: 9137

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Rhein Neckar Löwen

Kassel. (dpa) Titelverteidiger SG Flensburg-Handewitt setzte gleich zum Bundesliga-Auftakt ein starkes Zeichen, Pokalsieger THW Kiel startete ebenfalls mit einem souveränen Sieg in die Saison - nur die Rhein-Neckar Löwen um Rückkehrer Uwe Gensheimer waren am 1. Spieltag noch nicht auf Betriebstemperatur. Mit einem ungefährdeten 24:19 (13:11)-Sieg bei der MT Melsungen unterstrich der Meister aus Flensburg am Sonntag, dass mit ihm auch in dieser Spielzeit im Kampf um den deutschen Handball-Thron zu rechnen ist. Kiel behauptete sich gegen Frisch Auf Göppingen mit 31:24 (15:14).Die Löwen setzten sich im Nachbarschaftsduell bei den Eulen Ludwigshafen dagegen erst nach erheblichen Anlaufschwierigkeiten mit 26:23 (11:11) durch. Einen Saison-Fehlstart legten die Füchse Berlin hin. Trotz einer schnellen 7:1-Führung (13.) kassierte das Team aus der Hauptstadt im Ost-Duell beim SC DHfK Leipzig eine 23:24 (14:10)-Niederlage.Vier Tage nach dem Supercup-Triumph gegen Kiel wurde Flensburg in Kassel nur 30 Minuten hart gefordert. Die MT, in deren Reihen in Julius Kühn, Kai Häfner, Finn Lemke und Tobias Reichmann immerhin vier deutsche Nationalspieler stehen, hielt zunächst gut dagegen und die Partie bis zur Pause offen.Nach dem Wechsel fand das Team von Meistertrainer Maik Machulla immer öfter Lösungen, sich Luft zu verschaffen. «Ich liebe diese Mannschaft. Dass sie im ersten Spiel so auftritt, macht mich stolz», lobte Machulla. Trotz der souveränen Vorstellung wollte der 42-Jährige jedoch keine Euphorie aufkommen lassen. «Wir haben eine lange Saison und auch Champions League zu spielen. Wir wollen in jedem Spiel das beste investieren und schauen dann, was rauskommt», sagte der SG-Coach.Auch der Erzrivale aus Kiel benötigte gegen Göppingen etwas Anlaufzeit. Erst in der zweiten Halbzeit konnte sich der Pokalsieger, bei dem Filip Jicha eine erfolgreiche Bundesliga-Premiere als Cheftrainer feierte, entscheidend absetzen. «Es war das erwartet schwere Spiel. Der Sieg ist wichtig für unser Selbstvertrauen», sagte der Nachfolger von Erfolgstrainer Alfred Gislason. Niclas Ekberg war mit acht Toren erfolgreichster THW-Schütze.Den größten Widerstand mussten die Rhein-Neckar Löwen im Derby in Ludwigshafen brechen. Kurz vor der Pause lag der Favorit aus Mannheim sogar mit drei Toren (8:11) zurück. Erst in der Schluss-Viertelstunde machte das Team von Neu-Trainer Kristján Andrésson, das ohne Star-Regisseur Andy Schmid (Bauchmuskelzerrung) auskommen musste, alles klar.«Wir hatten im Angriff nicht die richtigen Lösungen im Kopf, wo der Ball hin muss», befand der von Paris Saint-Germain zurückgekehrte Gensheimer. Mit sieben Toren trug der Kapitän der DHB-Auswahl entscheidend zum Happy End für die Löwen bei. Bereits am kommenden Donnerstag müssen die Mannheimer in Flensburg eine erste Reifeprüfung bestehen.

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