16.11.2019 - 06:00 Uhr
rnz.de
Von Daniel HundLeipzig. Kristjan Andresson strich sich immer wieder durch die Haare, fasste sich an die Nase, wippte ungeduldig hin und her: Machte Dinge, die man eben so macht, wenn man nicht weiß wohin mit seinen Emotionen. Ein echtes Nervenbündel war er, der Trainer der Rhein-Neckar Löwen, gefangen in einem Spiel, das zwei Sekunden vor Schluss noch nicht entschieden war: Leipzig durfte nochmal, hatte einen letzten Freiwurf. 29:28 stand es da. Für die Löwen, für den Favoriten. Marko Mamic, Leipzigs 2,02-m-Hüne, nahm Maß, feuerte den Ball aus der zweiten Reihe ab – blieb aber im gelben Block hängen. Geschafft. Zwei Auswärtspunkte nach Hause gezittert. Der Rest war Jubel, Trubel, Heiterkeit. Badische Glücksgefühle in Sachsen. Freuen war dann aber doch nur recht kurz, schnell begann die Aufarbeitung eines Spiels, mit zwei Tiefschlafphasen der Löwen. Der Anfang, aber auch der Schluss waren nix. Woran lag’s? „Schwer zu sagen“, grübelte Uwe Gensheimer. Und der hatte richtig zu knabbern. Mit hängenden Schultern stiefelte „Gensel“ in die Katakomben. Er nahm einen Umweg, der ihn nicht durch die Mixed Zone, dem Treffpunkt für Spieler und Journalisten, führte. Gensheimer redete langsam und leise, wirkte tief enttäuscht – auch von sich selbst: „Unser schlechter Start ärgert mich sehr. Ich persönlich habe mich teilweise leider mit anderen Dingen beschäftigt. Der Fokus war nicht so ganz da.“ Starke Worte eines Gewinners, der, wenn man es nicht besser wüsste, fast wie ein Verlierer wirkte. Einfach so zur Tagesordnung übergehen war eben nicht. Nicht nach der fünften Zitterpartie in Folge. Auch Patrick Groetzki machte sich so seine Gedanken, haderte und lächelte leicht gequält: „Klar, die zwei Punkte sind das, was am Ende zählt. Aber eigentlich wollen wir uns ja stabilisieren und eine gewisse Konstanz reinbringen.“ Und von der sind die Löwen Mitte November 2019 weit entfernt. Es gibt starke Phasen, aber eben auch minutenlange Aussetzer, die es gegen jeden Gegner schwer machen. Beispiel Leipzig: Da hatte man den chaotischen Start endlich abgearbeitet, führte dank einer deutlichen Leistungssteigerung souverän mit 26:21, um dann in den letzten fünf, sechs Minuten doch noch einmal komplett einzubrechen. Gensheimer, der Nachdenkliche: „Wir wissen selbst, dass das extrem unnötig war und können froh sein, dass wir letztlich die zwei Punkte haben.“ Inwieweit Andresson da eingreifen kann, ist schwer zu sagen. Wenngleich der Isländer, der ohne Zweifel ein Toptrainer ist, im Hexenkessel Arena Leipzig auch ab und an den Durchblick verlor. Zumindest schien es so. Anders ist seine zweite (!) Auszeit Sekunden vor der Halbzeit – beim Stand von 15:16 – nämlich kaum zu erklären. Bezeichnend, dass sie dann eine völlig konfuse Aktion, bei der sich Mads Mensah Larsen noch eine Zwei-Minuten-Strafe abholte, nach sich zog. Sei’s drum, gewonnen ist gewonnen. So ist natürlich auch der Plan für den Sonntag. Dann gastieren die Löwen in der dritten Qualifikationsrunde zum EHF-Cup beim SKA Minsk. Anwurf ist um 15.30 Uhr. Man will sich eine gute Ausgangsbasis für das Rückspiel am 20. November in der Mannheimer GBG-Halle verschaffen.
  

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