Vom Friseursalon auf die größten Rennstrecken der Welt: Ein italienischer Geschäftsmann bastelt an einem ambitionierten Projekt, das in der Königsklasse des Motorsports enden soll: Der Formel 1.Salvatore Gandolfo will mit seinem Team 2021 in Geschäft der ganz Großen einsteigen.Die Idee hinter dem ambitionierten Vorhaben ist allem Anschein nach, die Lücke zu füllen, die Fernando Alonso seit seinem Ausstieg aus der Königsklasse des Motorsports auf dem Formel-1-Markt hinterlassen hat.Mit dabei wäre wohl auch der deutsche Rennfahrer Pascal Wehrlein, der von Gandolfos Firma Firma Monaco Increase Management beraten wird. Im Moment ist der 25-Jährige in der Formel E aktiv. Der Unternehmer ist Geschäftsführer und Teilhaber im Formel-2-Rennstall von Ex-F1-Pilot Adrian Campos. Ein gewöhnlicher Motorsport-Chef ist er allerdings nicht.Im Gegenteil, seine Geschichte liest sich wie ein modernes Märchen. Als Sohn italienischer Gastarbeiter wuchs der heute 51-Jährige in Zürich auf. Wie der Blick berichtet, arbeitete er dort als Friseur, machte eine Lehre.So kam der Ex-Friseur zum MotorsportIm Monat verdiente Gandolfo überschaubare 220 Franken (rund 202 Euro). Einen Sinn für Business bewies er allerdings schon damals – durch den Verkauf von Pflegeprodukten schraubte er den eigenen Verdienst beträchtlich in die Höhe.Als nächstes folgte der Schritt in die Finanzwelt, Gandolfo machte im Versicherungswesen Karriere. Er gründete und führte Unternehmen in unterschiedlichen Bereichen.Mit dem Motorsport kam er auf Umwegen in Berührung. Der Sohn seiner heutigen Frau verfolgte als Teenager den Traum von der Formel 1. Während es ­Giorgio Mecattaf "nur" in die Formel  3 schaffte, träumt Gandolfo noch heute.Schon im Oktober verkündete das Campos-Team offiziell, in die Eliteliga einsteigen zu wollen. Die F1 gab damals jedoch schnell zu verstehen, dass man derzeit nicht ernsthaft über neue Teams nachdenke.Davon will sich Gandolfo zwar nicht abschrecken lassen – auch wenn er im Dunkeln tappt: "Am 4. Dezember wollen sie über neue Teams entscheiden. Aber bisher konnte man noch gar keinen Antrag einreichen. Alle Bedingungen kenne ich nur vom Hören­sagen", sagte er dem Blick.Auch die Motorhersteller hätten keine Informationen: "Wir haben mit Renault und Honda geredet. Aber alle warten auf Infos. Erst dann entscheiden wir, ob ein Einstieg Sinn macht."Formel-1-Boss stellt sich querNatürlich ist der Betrieb eines Formel-1-Rennstall auch immer eine Frage des Geldes. Für ein 100-Millionen-Budget müsse er noch "rund 20 Millionen auftreiben", erklärte Gandolfo.Ab 2021 wird es in der Formel 1 nicht nur ein überarbeitetes Reglement geben, auch eine Budget-Obergrenze von knapp 160 Millionen Euro soll eingeführt werden.Gandolfo: "Mit einem Budget zwischen 100 und 110 Mio. Franken lässt sich ein schnelles Auto zusammenstellen, das zeigt Haas."DAZN gratis testen und Sport-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGE Bevor es zum Bau eines neuen Boliden kommen kann, warten allerdings noch hohe Hürden auf den ehemaligen Friseur.Die jüngsten Aussagen von Formel-1-Sportchef Ross Brawn lassen den geplanten Einstieg für 2021 eher als unwahrscheinlich wirken. Erst vor wenigen Wochen hatte dieser erklärt, dass er vom großen Interesse neuer Teams "überrascht" sei und schloss dabei den Einstieg eines neuen Rennstalls förmlich aus."Wir wollen sie frühestens 2022 zulassen. Bis 2021 wollen wir Stabilität ins neue System bringen. Das letzte was wir brauchen können, sind Teams, die kommen und gehen, wie es in der Vergangenheit der Fall war", stellte er in einem Interview mit Auto Bild Motorsport klar.

mehr auf sport1.de

Mehr Nachrichten zu
Alonso, Fernando

Interessante Nachrichten

Porsche setzt seine GT-Offensive auch im Jahr 2020 fort. Bei der 88. Auflage des 24-Stunden-Rennens in Le Mans tritt Porsche wieder mit vier Werksautos an. Die beiden Meisterteams aus der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC; Manthey Racing) und der IMSA SportsCar Championship (Core Autosport) bündeln erneut ihre Kräfte und betreuen jeweils zwei 911 RSR-19.Über die dritten Fahrer neben den Stammpaarungen Gianmaria Bruni/Richard Lietz (#91) und Michael Christensen/Kevin Estre (#92) gibt Porsche noch keine Auskunft. Die IMSA-Piloten (s.u.) fallen jedoch schon einmal aus dem Kader der Möglichkeiten heraus. Ebenso Timo Bernhard und Jörg Bergmeister, die ihre aktiven Karrieren beendet haben. IGTC-Meister Dennis Olsen soll zunächst bei Kundenteams unterkommen.In der ersten Reihe stehen damit Sven Müller, Patrick Pilet, Dirk Werner und Romain Dumas. Eine weitere Möglichkeit ist Simona de Silvestro, die nach ihrem Rückzug von den Supercars Australia in den Porsche-Werksfahrerkader aufgenommen wurde.Der neue Porsche 911 RSR, der mit zwei Doppelsiegen und zwei Pole-Positions in drei Rennen der WEC einen starken Start hingelegt hat, feiert am 25. Januar beim 24-Stunden-Rennen in Daytona sein US-Renndebüt. Denn Porsche bleibt auch der IMSA treu.Der rund 515 PS starke GT-Renner mit der Startnummer 911 wird in der Saison 2020 von Nick Tandy und Frederic Makowiecki gesteuert. Bei den längsten Saison-Rennen in Daytona, Sebring und beim Petit Le Mans werden die Stammfahrer von Matt Campbell unterstützt.In der Nummer 912 wechselt sich das Meisterduo Earl Bamber und Laurens Vanthoor ab. Bei den Endurance-Veranstaltungen verstärkt Mathieu Jaminet das Team. Sowohl Campbell als auch Jaminet wurden vom "Young Professional" zum waschechten Werksfahrer befördert.Neben dem Engagement in WEC und IMSA wird Porsche auch in der Interkontinentalen GT Challenge weiter vertreten sein und dort den Titel verteidigen. Das allerdings im Rahmen von werksunterstützten Kundeneinsätzen, wie sie in zahlreichen weiteren GT3-Klassen der Welt vorgenommen werden.© Motorsport-Total.com

your_interactive_betslip

loading...