23.10.2019 - 18:10 Uhr
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Als im Mai 2011 die Investorengruppe QSI (Qatar Sporta Investement) den verschuldeten Traditionsverein Paris Saint Germain übernahm, begann in ganz Frankreich eine neue Zeitrechnung. Seit Anfang der 2000er hatte nämlich ein anderes Team die Ligue 1 dominiert: Olympique Lyon.OL fuhr von 2001 bis 2008 sieben Meisterschaften in Folge ein. Weder das Star-Ensemble aus der Hauptstadt noch die legändere AS Saint Étienne der 60er- und 70er-Jahre hat das geschafft. Einer, der bei allen sieben Meisterschaften dabei war, ist heute Sportdirektor der Lyonnais.Publikumsliebling Juninho als SportdirektorJuninho Pernambucano, genannt Juninho, von den OL-Fans vergöttert wegen seinen unvergleichlichen Freistoßqualitäten, ist seit Juli diesen Jahres im Amt. Bis heute hält der Brasilianer den Rekord für die meisten direkten Freistoßtore im Profifußball. 76 Treffer bei ruhendem Ball erzielte er in seiner Karriere. Die meisten davon in seiner Zeit bei Lyon.Das Problem: Freistoßtore machen noch lange keinen guten Sportdirektor, und bisher liest sich die Bilanz Lyons seit Juninhos Antritt verheerend. 10 Punkte aus 10 Spielen. Kein Sieg aus den letzten 8 Spielen bedeutet Platz 17.Ein Punkt vor Schlusslicht Straßburg.Woran liegt es, dass der CL-Teilnehmer aus Lyon seinen Ansprüchen so hinterherhinkt?Jetzt aktuelle Fanartikel der internationalen Top-Klubs bestellen - hier geht's zum Shop! | ANZEIGEFekir und Ndombélé wegIm Sommer fand bei OL ein großer Umbruch statt. Mehr als 30 Jahre hatte Präsident Jean-Michel Aulas bei Personalentscheidungen die Fäden in der Hand. Mit der Verpflichtung Juninhos gab Aulas die sportliche Verantwortung ab. Die Vereinslegende brachte Landmann Sylvinho als neuen Trainer mit an die Rhône.Spieler wie Tanguy Ndombélé (Tottenham), Ferland Mendy (Real Madrid) und Nabil Fekir (Betis Sevilla) verließen den Verein für Transfererlöse über 100 Millionen Euro. Juninho holte vielversprechende, junge Spieler wie Thiago Mendes (22 Mio. aus Lille) und Jeff Reine-Adérlaide (25 Mio. aus Angers) nach Lyon.Trainer Sylvinho gescheitert - Juninho geschwächtSylvinho sollte aus dem talentierten Kader eine Mannschaft formen, die im Idealfall mit PSG um die Meisterschaft spielt. Mit Spielern wie Memphis Depay, Houssem Aouar und Maxwell Cornet ist dieses Ziel keineswegs vermessen.Doch nach zwei souveränen Siegen zum Auftakt folgte in Lyon der unerklärliche Einbruch. Den einzigen Sieg in den letzten zwei Monaten landete OL ausgerechnet in der Champions League gegen RB Leipzig (2:0).DAZN gratis testen und internationale Fußball-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGEAuch wenn sich die junge, neu formierte Mannschaft erst einmal finden musste - dem Trainer wurde keine Schonfrist gewährt. Die 0:1 Niederlage im Derby gegen St. Etienne brachte das Fass dann zum Überlaufen. Sylvinho musste gehen. Sportdirektor Juninho wurde dadurch geschwächt.Präsident verhandelt mit Mourinho, Gerüchte um BlancVereinspatron Aulas, in seinem öffentlichen Auftreten vergleichbar mit Uli Hoeneß bei den Bayern, nahm sich der Trainersuche wieder selbst an. Aulas berichtete von SMS-Austausch mit José Mourinho, der ihm aber angeblich wegen anderer Angebote abgesagt hatte.Auch mit Laurent Blanc soll Aulas in Verhandlungen gestanden haben, hier scheiterte eine Einigung am Gehalt. Schließlich fiel die Wahl auf den Ligue 1-erfahrenen Rudi Garcia. Angesichts seiner Vergangenheit bei St. Etienne und Marseille braucht er nun schnellstmöglich Erfolge, um die teilweise skeptischen Fans auf seine Seite zu ziehen.Nur in Champions League auf KursSein Einstand gegen Abstiegskandidat Dijon (0:0) am vergangenen Wochenede dürfte noch nicht dazu beigetragen haben. Einziger Lichtblick der Partie: Die Einwechslung des erst 16-jährigen Rayan Cherki, der damit der viertjüngste Spieler der Ligue 1-Geschichte ist.Die nächste Chance hat Garcia ausgerechnet in der Champions League. Im Estadio da Luz trifft OL auf den portugiesischen Rekordmeister Benfica Lissabon. (Champions League: Benfica Lissabon - Olympique Lyon ab 21 Uhr im LIVETICKER)Mit vier Punkten stehen die Franzosen in Gruppe G auf Platz zwei, punktgleich mit Zenit St. Petersburg. Immerhin in der Königsklasse läuft es.
  

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Olympique Lyonnais

09.08.2020 - 23:43 Uhr
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Nationalspielerin Dzsenifer Marozsán hat mit Olympique Lyon erneut den französischen Pokal gewonnen.Im Finale gegen Paris St. Germain setzte sich der Titelverteidiger aus Lyon 4:3 nach Elfmeterschießen durch. Nach 90 Minuten hatte es 0:0 gestanden. Marozsán stand bei Lyon in der Startelf, bei PSG saß Nationalspielerin Sara Däbritz zunächst auf der Bank. Sie wurde in der 57. Minute eingewechselt.Den entscheidenden Elfmeter parierte die französische Nationaltorhüterin Sarah Bouhaddi gegen Lea Khelifi. Für Marozsán war es der insgesamt dritte Triumph im französischen Pokal nach 2017 und 2019. In der ersten Halbzeit musste das Spiel wegen eines Stromausfalls im Stade de l'Abbe-Deschamps von Auxerre für gut zehn Minuten unterbrochen werden.

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