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Von Tillmann BauerHeidelberg. Eigentlich hätte Marius Steinhauser, 26, einige Gründe, um gestresst zu sein. Schließlich hat der Rechtsaußen der SG Flensburg-Handewitt eine anstrengende Saison hinter sich, befindet sich nun in der Heimat, um seine Bachelor-Arbeit fertigzustellen und abzugeben, seine Frau hat Geburtstag und zudem steht in ein paar Tagen die große Hochzeitsfeier an. Langweilig wird es sicherlich nicht. Trotzdem sitzt er entspannt in einem Heidelberger Café: "Es ist alles geplant", lacht Steinhauser, der in Rot aufgewachsen ist und vor seinem Wechsel in den Norden bei der HG Oftersheim/Schwetzingen und den Rhein-Neckar Löwen spielte. Nun konnte er seine vierte Meisterschaft hintereinander (!) feiern. Erst jubelte er zweimal mit den Löwen - mit seinem Transfer 2017 in den Norden wechselte auch der Titelträger. Die RNZ traf den Mann, der die Meistertitel scheinbar magisch anzieht, zum Gespräch.Sie haben kürzlich Ihren Vertrag in Flensburg bis 2023 verlängert. Wer in den kommenden Jahren Meister wird, ist damit quasi entschieden.(lacht) Den Spruch habe ich schon oft gehört. Es ist einfach verrückt. Ich hoffe natürlich, dass wir weiterhin so erfolgreich bleiben und ich dabei vielleicht ein kleiner Faktor bin.Gab es Sprüche von den Kollegen?Auf jeden Fall. Die machen natürlich Späße, dass wir gar nicht mehr ohne mich Meister werden können und ähnliche Sachen - man habe ja Steini.Welcher Mitspieler ist da zu nennen?Das sind einige, aber mein Kollege auf Rechtsaußen, Lasse Svan, ist schon immer vorne mit dabei.Die Vertragsverlängerung war ein Signal. Sie scheinen sich sehr wohl im Norden zu fühlen.Meine Frau und ich haben uns von Anfang an extrem gut eingelebt. Ich brauche das auch, um wirkliche Topleistungen zu erzielen. Ich kann mir auf jeden Fall vorstellen, noch sehr lange dort zu spielen. Ich gebe jetzt einfach Gas und hoffe, dass es sportlich weiter gut läuft.Flensburg lebt Handball. Wie intensiv wurde gefeiert?Schon im vergangenen Jahr war es brutal. Ich muss sagen, dass war damals die krasseste Feier, die ich je erlebt habe. Als wir aus der Halle sind, standen dort 15.000 Menschen und haben uns zugejubelt. Man hat gemerkt, wie sehr sich die Stadt und der Verein nach der Meisterschaft gesehnt hat. Weil wir diesmal auswärts gespielt haben, hat es natürlich erst einmal gedauert, bis wir in Flensburg waren. Aber auch diesmal war es geil - man wird einfach nicht satt.Sie haben schon häufiger gesagt, dass jeder Meistertitel auf seine eigene Art besonders ist. Wie war es diesmal?Generell ist die Titelverteidigung immer sportlich höher zu bewerten, als die erste Meisterschaft. Man ist der Gejagte, jeder möchte den Favoriten schlagen.Vor der Saison hatte Flensburg aufgrund des großen Umbruchs aber niemand so richtig auf dem Zettel.Exakt. Das war auch unser großer Vorteil. Wir konnten im stillen Kämmerchen arbeiten, die meisten dachten, dass wir nur im Bereich um Platz fünf landen. Dann haben wir aber gut begonnen und eine Serie gestartet. Plötzlich war die Hinrunde gespielt, und wir hatten noch immer keinen Minuspunkt. Dann hat auch die Konkurrenz bemerkt, dass es eng werden könnte.Mit Lasse Svan spielt einer der besten Rechtsaußen der Welt auf Ihrer Position. Welche persönlichen Ziele haben Sie sich gesetzt?Die Flensburger Verantwortlichen haben mir relativ früh signalisiert, dass sie mit mir langfristig verlängern wollen. Ich habe mir aber auch Gedanken gemacht, schließlich will man als Profisportler immer viel spielen. Nichtsdestotrotz glaube ich, dass Flensburg der perfekte Verein für mich ist. Die Spielweise passt zu mir und außerdem benötigt man auf diesem Niveau einfach ein richtig gutes Gespann. Lasse Svan kann auch nicht alle Spiele absolvieren, das ist fast unmöglich. Ich sehe mich aber nicht unbedingt als zweiten Mann. Wenn der Trainer mir Einsatzzeiten gibt, dann gehe ich aufs Feld und versuche, meine Leistung zu bringen. Ich möchte mehr spielen. Also werde ich mich im Training voll reinhängen, in der Vorbereitung hoffentlich Topleistungen bringen und dann werden wir sehen, wen der Trainer aufstellt. Jede Mannschaft braucht diesen Konkurrenzkampf - dadurch pusht man sich gegenseitig.Die Heimat ist aber weiterhin die Rhein-Neckar Region. Können Sie sich irgendwann eine Rückkehr zu den Löwen vorstellen?Hier wohnt meine Familie, natürlich möchte ich irgendwann wieder hierher ziehen. Generell würde ich eine Rückkehr zu den Löwen nie ausschließen, weil ich eine sehr persönliche Verbindung zu diesem Verein habe. Aber das ist Zukunftsmusik - jetzt bin ich erst einmal in Flensburg und freue mich auf die Zukunft.

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