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Bei der Handball-EM starteten Weltmeister Frankreich und Montenegro mit einem Sieg in die Hauptrunde. Heute nun ist die deutsche Auswahl gefordert: Ab 18 Uhr geht es gegen Spanien - und da heißt es schon fast: Verlieren verboten!

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Von Tillmann BauerMannheim. Der Nachwuchs von Jennifer Kettemann, 37, hat es nicht leicht. Im Hause der Geschäftsführerin der Rhein-Neckar Löwen gilt striktes Handy- und Fernsehverbot - zumindest für die Kinder. "Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es egal war, ob die Kiste fünf Minuten oder eine Stunde lief - wenn ich sie ausgeschaltet habe, dann wurde gemotzt", sagt sie. Und motzen mag sie nicht: "Deshalb bleibt der Fernseher jetzt einfach ganz aus." Bei Oma und Opa dürfen die Sprösslinge, fünf und acht Jahre alt, dann am Smartphone daddeln und vor der Mattscheibe kleben. Klare Kante bei den Kettemanns."Deine Kids sind also nicht oft zu Hause, oder?", lachte Handball-Ikone Stefan Kretzschmar gestern in der Lobby des schicken Hilton Hotels am Mannheimer Hauptbahnhof. Er war gekommen, um Gast beim ersten Löwen-Talk - einer eigenen Gesprächsrunde des Handballbundesligisten - zu sein und darüber zu diskutieren, wie seine Sportart noch mehr ins Rampenlicht gerückt werden kann. Ebenfalls bei der Premiere auf dem Podium: Karsten Petry, Deutschland-Chef von Octagon, der global führenden Agentur im Sport-Sponsoring, und Moderator Frank Schneller, der gemeinsam mit Kettemann das Format entwickelt hat.Man wolle, so die Löwen-Chefin, nicht nur über Handball reden, sondern auch andere Sportarten - oder gar Themen - aufgreifen und über den berühmten Tellerrand hinausschauen. Deshalb ging es gestern nicht nur um die vergangene Handball-Weltmeisterschaft, die Frage nach Typen im Sport oder die Rolle der Medien im Konstrukt Profisport - sondern auch um E-Sport."Für mich hat das mit Sport nichts zu tun", sagte Kretzschmar. Dennoch müsse man berücksichtigen, dass es eine extrem stark wachsende Bewegung sei, die man nicht einfach ignorieren dürfe. "Mein Sohn kennt alle Spieler der Fußballbundesliga", sagt er, "und das nicht, weil er beim Fußballschauen so genau aufpasst, sondern weil er viel ,Fifa’ an der Playstation spielt." Er kenne die Namen, die Stärken, die Schwächen, das Aussehen, den zugehörigen Verein. Einfach alles. Kretzschmar: "Im Handball ist noch Luft nach oben."Generell ist er aber zufrieden. "Früher hätten wir davon geträumt, dass jedes Spiel live im Fernsehen übertragen wird", sagt Kretzschmar: "Der Handball hat einen unfassbaren Fortschritt gemacht. Die Richtung ist prinzipiell sehr gut." Man müsse nun - nach der WM - nur noch ein bisschen hipper werden. Dass das Turnier im Januar ein Hype war, wollte Petry überhaupt nicht bezweifeln. "Nur muss sich daraus irgendwie etwas Nachhaltiges entwickeln", sagte er und verwies auf die nackte Wahrheit: Mitgliederrückgänge und sinkende Zuschauerzahlen.Die Löwen wollen deshalb noch mehr in die Schulen und Kindergärten gehen, um den Nachwuchs für den Sport zu begeistern. Kettemann: "Die Kids sollen rausgehen. In Sportvereinen lernen sie, sich auch mal unterzuordnen. Das ist extrem wichtig." Zudem sollen durch Chip-Sensoren in Trikot und Ball noch mehr Daten ermittelt werden, die einerseits für Trainer und Betreuer genutzt werden können, andererseits, um den Zuschauern in der Halle oder vor den Bildschirmen einen zusätzlichen Mehrwert zu bieten.Axel Kromer, DHB-Sportvorstand, war ebenfalls der Einladung nach Mannheim gefolgt. "Für uns sind in erster Linie die leistungsbezogenen Daten interessant." Man müsse aber aufpassen, dass man bei der ganzen Datenmenge nicht den Überblick verliere. Er lachte: "Denn wer viel misst, misst auch viel Mist."

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