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Von Michael WilkeningHeidelberg/Karlsbad. Man sollte keine falschen Schlüsse daraus ziehen, dass sich Patrick Groetzki am Dienstagabend als Stadtführer in Heidelberg und am Mittwoch als Metallbauer-Azubi in Karlsbad betätigt hat. Der Rechtsaußen der Rhein-Neckar Löwen hat vor, noch ein paar Jahre als Handball-Profi aktiv zu sein. Mit der Aktion "Praktikant Patrick" will sich der Bundesliga-Klub vielmehr bei seinen Sponsoren und Förderern bedanken, die in der Corona-Krise an der Seite der Löwen standen – und weiterhin stehen. Das verdeutlicht der Nationalspieler im RNZ-Interview, und spricht darüber hinaus über Vorteile der ungewohnt langen Pause, Folgen seiner Corona-Infektion, sportliche Ziele und einen Gehaltsverzicht.Patrick Groetzki, am Montag starten die Rhein-Neckar Löwen in die Vorbereitung. Macht Sie diese Tatsache glücklich?Eigentlich ist die Vorbereitung der Teil unseres Sports, auf den man sich nicht freut. Aber das ist diesmal anders. Die Freude ist so groß wie nie.Praktikant Patrick packt an - Teil 1!Unser Rechtsaußen unterstütze die Heidelberger Nachtwächter bei ihrer Führung durch die Heidelberger Altstadt - ein großer Spaß für alle Beteiligten, und gelernt wurde auch noch was! 邏#1team1ziel pic.twitter.com/t7kbcZRPPU— Rhein-Neckar Löwen (@RNLoewen) July 15, 2020Es darf wieder "normal" trainiert werden.Ja, das ist eine tolle Nachricht. Ich bin sehr froh, dass dies jetzt wieder möglich ist.Hand aufs Herz: Glauben Sie, dass die bevorstehende Handball-Saison wie geplant durchgeführt werden kann?Ja, ich glaube daran.Mal salopp gefragt: Sind Sie in der Zwischenzeit nicht eingerostet?Ich habe mich körperlich fit gehalten und auch ab und zu mal aufs Tor geworfen, damit die Schulter eben nicht ganz einrostet. Zusammen mit Andy Schmid und Alexander Petersson haben ich des Öfteren auch den Kraftraum im Trainingszentrum in Kronau genutzt. Ich fühle mich bereit, wieder Handball zu spielen.Vielleicht sogar besser als vor einem Jahr? Schließlich gab es eine durch das Coronavirus erzwungene Erholungspause, die zuvor durch den engen Spielplan nie möglich war.Man muss schon sagen: In dieser Hinsicht war Corona ein Glücksfall. In den vergangenen Jahren war es nie möglich, mal komplett herunterzufahren und gar nicht zu trainieren. Selbst im Urlaub musste man etwas tun, um körperlich fit in die Vorbereitung zu starten. Jetzt habe ich wirklich mal zwei Wochen gehabt, in denen ich bewusst gar keinen Sport getrieben habe. Alle konnten Verletzungen einmal komplett auskurieren oder an körperlichen Schwachstellen gezielt arbeiten. Das wäre ohne die Pause nicht möglich gewesen.Die Lust auf den Handball dürfte entsprechend groß sein. Die Praktikanten-Tage sind also keine Suche nach alternativen Betätigungsfeldern?Nein, auf keinen Fall. Es ging dabei eher darum, dass wir uns auf diese Weise bei Sponsoren und Unterstützern bedanken können, die in der schwierigen Phase, in der sich der Klub durch die Pandemie befindet, an der Seite der Löwen standen. Es gibt viele Unternehmen, die auf Regressforderungen verzichtet haben. Es ist schön, dass ich auf diese Weise Danke sagen kann.Bedanken muss sich der Verein auch bei seinen Spielern, die in der vergangenen Saison einem erheblichen Gehaltsverzicht zugestimmt haben. Wird es ähnliches auch in der anstehenden Saison geben?Die Mannschaft befindet sich in Gesprächen mit der Geschäftsführung und dem Aufsichtsrat. Die Situation ist für alle nicht einfach, das wissen wir. Innerhalb der Mannschaft ist Verständnis vorhanden. Schwierig ist die Lage, weil niemand absehen kann, wie sich die Situation entwickelt, wann beispielsweise wieder vor Zuschauern gespielt werden kann.Ist es deshalb sinnvoll, die Höhe des Verzichts flexibel zu gestalten?So etwas ist angedacht, aber noch nicht final besprochen.Die Rhein-Neckar Löwen kämpfen mit den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie, haben unabhängig davon aber eine hohe Erwartungshaltung von innen und außen. Deshalb soll noch ein Rückraumspieler verpflichtet werden. Gleichzeitig verzichten die vorhandenen Spieler auf Gehalt. Das klingt paradox.Ich verstehe, dass dies merkwürdig klingt. Ich möchte den maximalen sportlichen Erfolg haben, das gilt für uns alle. Angesichts des vor uns liegenden Programms in der Liga und der European Handball League können wir unsere Ziele nur mit einem starken und breiten Kader erreichen. Ich für meinen Teil begrüße deshalb, wenn noch ein Rückraumspieler kommt, denn wir werden Alternativen brauchen.Zum Schluss noch eine andere Frage: Sie sind selbst von der Pandemie betroffen, haben sich mit Corona infiziert. Spüren Sie noch Folgen der Erkrankung?Ich habe körperlich keine Probleme mehr, allerdings merke ich manchmal noch Auswirkungen in meinem Geschmackssinn. Der war während der Krankheit mal verschwunden. Die Ärzte haben mir gesagt, es sei nicht ungewöhnlich, dass es länger dauert, bis der Sinn komplett wiederhergestellt ist.

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