Gerwyn Price - Der Darts-RüpelGeboren: 7. März 1985 in Caerphilly( Wales)Familienstand: verheiratet, zwei KinderSpitzname: The Iceman Wurfhand: rechtsEinlaufmusik: "Ice, Ice Baby" von Vanilla IceEgal, wo Gerwyn Price die Darts-Bühne betritt, wird es laut in der Halle. Der Waliser dürfte aktuell wohl unbestritten der unbeliebteste Darts-Profi auf der PDC-Tour sein. Zumindest freute sich Kim Huybrechts darüber, dass er diesen Titel an den "Iceman" abgeben konnte. "Glücklich, dass ich nicht mehr der meistgehasste Spieler bin", ließ er nach dem Finale des Grand Slam of Darts 2018 über Twitter wissen.Die Darts-WM 2020 im Alexandra Palace ab dem 13. Dezember LIVE auf SPORT1 im Free-TV und LivestreamGrund für diesen Tweet war das Verhalten des Walisers im Duell mit Gary Anderson. Trash Talk, übertriebene Jubelszenen vor seinem Kontrahenten und das betont lässige Verhalten vor dem Wurf ist nur kleine Auswahl an Aktionen, mit denen er seinen Gegenüber provozierte. Es war der Moment, in dem sich ein 34 Jahre alter Ex-Rugby-Profi aufmachte, zum Buhmann der Darts-Welt zu werden. Dabei hatte er durch seinen unwiderstehlichen Aufstieg das Zeug, sich eine große Fanbase aufzubauen.2014: Price wechselt vom Rugby zum DartsBereits während seiner Rugbykarriere bei Cross Keys RFC (Rugby Union) in der Welsh Permier Division und den South Wales Scorpions (Rugby League) war er ein passionierter Dartsspieler, betrieb das Pfeilewerfen zu dieser Zeit allerdings nur als Hobby. Sein Landsmann Barrie Bates - seines Zeichens Darts-Profi seit 2001 - wurde in dieser Zeit auf ihn aufmerksam und versuchte, ihn von einer Darts-Karriere zu überzeugen.Nachdem Price den Überredungskünsten Bates noch eine Weile widerstehen konnte, erhörte er ihn 2014. Er beendete seine Rugbykarriere und versuchte sich erstmals bei der Q-School. Die Entscheidung sollte sich als goldrichtig erweisen. Er gewann direkt die PDC-Tourkarte für zwei Jahre und konnte bei einigen Floor-Turnieren überzeugen.Als Folge dessen erspielte er sich in seinem ersten Jahr die Qualifikation für die UK Open. Noch im gleichen Jahr gelang ihm bereits sein nächstes Karrierehighlight. Nachdem er den World Grand Prix noch knapp verpasste, schaffte er den Sprung zur PDC-Weltmeisterschaft 2015. Dort ging er allerdings sang- und klanglos mit 0:3 in Runde eins gegen Peter Wright unter.Doch auch, wenn das Jahr mit einem Rückschlag zu Ende ging, erlebte der "Iceman" keinen Leistungseinbruch. Ganz im Gegenteil - er knüpfte 2015 direkt an seine vorangegangenen Erfolge an und schrieb sich die ersten Halbfinalteilnahmen auf der PDC-Tour auf die Fahne. Der Lohn für diese Leistungen war die Premiere beim World MatchplayDie Profidarts und jede Menge Dart-Zubehör gibt es natürlich auch im SPORT1-Shop zu kaufenDort absolvierte der Waliser sein bisher bestes Major-Turnier. Mit Michael Smith und Adrian Lewis schaltete er gleich zwei große Namen aus, ehe er im Viertelfinale erneut an Wright scheiterte. Mit der Weltmeisterschaft wurde er aber auch in diesem Jahr nicht warm. Schon wieder fuhr mit einer 0:3-Klatsche in Runde eins nach Hause. Diesmal verpasste ihm Andrew Gilding den Whitewash.2017: Das Jahr des DurchbruchsDoch nicht nur im Misserfolg bei der WM erlebte er ein Déjà-vu, auch im Positiven konnte er das Vorjahr wiederholen. Erneut spielte er ein bärenstarkes Jahr nach einer verpatzten Weltmeisterschaft. Bei der Players Championship in Barnsley und Coventry verbuchte er seine ersten beiden PDC-Titel. Doch wie sollte es anders sein, pünktlich zur Weltmeisterschaft verlor er seine Form und musste sich diesmal seinem Landsmann Jonny Clayton mit 1:3 in Runde eins geschlagen geben.Aber 2017 sollte sein endgültiger Durchbruch auf der Tour werden. Bei den UK Open erreichte er das Finale. Dort musste er sich aber nach Siegen gegen Justin Pipe, Ian White und Alan Norris schon wieder Peter Wright geschlagen geben. Auch beim World Cup of Darts stürmte er mit Mark Webster ins Finale, wo er sich dem niederländischen Superteam Michael van Gerwen und Raymond van Barneveld geschlagen geben musste.2018: Price wird zum Darts-RüpelEndlich sollte auch bei der WM der Knoten platzen. Nach drei Erstrundenniederlagen in Folge erreichte er bei der WM 2018 das Achtelfinale, das er aber gegen Michael van Gerwen verlor. Trotzdem erhielt er aufgrund seiner Leistungen erstmals eine Wildcard für die Premier League.Der Höhepunkt im positiven wie auch im negativen Sinne war jedoch der Grand Slam of Darts. Zum dritten Mal stand er in einem Major-Finale und endlich konnte er sich den langersehnten Premieren-Titel holen. Allerdings wurde besagter Erfolg überschattet von seinem Auftreten und Provokationen gegenüber Gary Anderson. Dieser wurde dadurch tatsächlich so abgelenkt, dass er seinen 11:8-Vorsprung noch verspielte. Am Ende stand es 16:13 für Price und ein neuer Bösewicht war geboren.Rekordstrafe für PriceDie Folgen seines Verhaltens waren immens. Von der PDC wurde der "Iceman" mit einer Rekordstrafe von 21.500 Pfund und einer dreimonatigen Sperre (ausgesetzt zur Bewährung) belegt. Bereits vor der Strafe rechtfertigte die Darts Regulation Authority (DAR) die Untersuchung. "Feiern ist nicht verboten. Wir ermutigen die Spieler sogar dazu. Wir wollen Leidenschaft sehen. Aber die Frage, die die DRA klären wird, ist, ob Gerwyn Price noch gefeiert hat oder ob es schon unsportliches Verhalten war", ließ das Darts-Schiedsgericht verlautbaren.Die Fans "belohnen" sein Verhalten seitdem mit andauernden Pfeifkonzerten, sobald der Waliser die Halle betritt. Selbst während den Würfen wird er ausgebuht. Eine Tatsache, die tatsächlich auch Wirkung zeigt. "Es ist generell so, dass mich diese Emotionen beim normalen Werfen nicht ablenken. Da habe ich meinen Rhythmus. Da ist es egal. Aber auf den Doppelfeldern zeigt es Wirkung, wenn jemand buht. Da kann es dich richtig herausbringen. Ich mache mir über die Reaktionen wirklich keinen Kopf, aber es beeinflusst mein Spiel letztlich doch", verriet er in einem Interview mit der Welt.Dennoch fühlt er sich in der Rolle ganz wohl. Ein komplettes Ende der Buhrufe würde er sich nicht wünschen: "Das wäre doch ein bisschen langweilig, oder? Während des Einmarsches und zu Beginn ist es ganz lustig. Aber eben nicht, wenn es auf die Doppel geht."Karriereende mit 50?Aber egal, ob er Publikumsfeind Nummer eins bleibt oder sich irgendwann einmal ein anderer diesen Titel schnappt. Seine Zukunftsplanung hat der Darts-Rüpel schon gemacht. "Ich habe jetzt vier Häuser in Wales und versuche so viel Geld zu erspielen, dass jedes Jahr ein paar weitere hinzukommen. Als nächstes möchte ich Ferienhäuser kaufen und sie vermieten. Die Rechnung geht so: Wenn ich jedes Jahr zwei Häuser kaufe, ist es mir völlig egal, wo ich in 16 Jahren in der Weltrangliste stehe. Dann ist an meinem 50. Geburtstag Game Over."SPORT1 DARTS ADVENTSKALENDER 2019 - Das Geschenk für jeden Darts-Begeisterten - HIER SICHERN | ANZEIGEDaher wird er wohl alles dransetzen, weiter sportliche Erfolge zu feiern, um seinen frühen Ruhestand nicht zu gefährden - und die Fans werden dementsprechend noch oft Gelegenheit bekommen, ihren Lieblingsfeind auszubuhen.Größte Karriereerfolge2019: Sieger International Darts Open, Finalist European Championship, Halbfinale Champions League of Darts2018: Sieger Grand Slam of Darts, Sieger International Darts Open, Halbfinale World Series of Darts, Achtelfinale PDC-Weltmeisterschaft2017: Finalist UK Open2015: Viertelfinale World Matchplay

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Aus deutscher Sicht standen die Chancen womöglich noch nie so gut, dass ein Spieler bei der Darts-WM für Furore sorgt. Bislang war Runde drei das höchste der Gefühle. (Darts-WM 2020 ab 13. Dezember LIVE im TV auf SPORT1, im LIVESTREAM und LIVETICKER)Doch dieses Jahr gehen gleich zwei Profis an den Start, die mehrfach bewiesen haben, dass sie auch mal die ganz Großen schlagen können. Neben Gabriel Clemens tritt Deutschlands Nummer eins Max Hopp ans Oche.Für den 23-Jährigen ist es bereits die siebte WM-Teilnahme seit seinem Debüt im Jahr 2013. Im Interview mit SPORT1 spricht der Idsteiner über seine Erwartungen an den Ally Pally, ein mögliches Duell mit Clemens in der dritten Runde, Raymond van Barneveld und eine Begegnung mit Jürgen Klopp.SPORT1: Herr Hopp, wie groß ist Ihre Vorfreude auf die WM?Max Hopp: Sehr groß ist die Vorfreude. Es ist meine siebte Weltmeisterschaftsteilnahme. Ich kenne den Ally Pally sehr gut, ich kenne London sehr gut. Ich freue mich auf die WM.Lautstärke im Ally Pally außergewöhnlichSPORT1: Was wird dieses Mal anders sein? Worin liegt der Vorteil, dass Sie diese Atmosphäre schon kennen?Hopp: Ich bin routinierter, ich bin nicht mehr so aufgeregt wie vor den ersten Malen. Ich kenne den Ablauf, ich weiß ganz genau, wie viel Zeit ich einplanen muss. Auch der Verkehr in London zum Ally Pally ist schon ein Brett, da kann man sich schon mal ein, zwei Stunden verspäten. Da muss man zeitig vor Ort sein, um das Warm-Up-Programm durchzuführen. Dann geht es auf die Bühne und Feuer frei!SPORT1 STARTER PAKET – Dartscheibe, Pfeile & Zubehör. Jetzt günstig im Set erhältlich – HIER SICHERN | ANZEIGESPORT1: Was muss ein Darts-Spieler insbesondere auf der WM-Bühne mitbringen?Hopp: Eine enorme mentale Stärke. Da gehört schon einiges dazu, sich dort auf die Bühne zu stellen. Das ist ein Irrenhaus, die Leute singen und schreien ganz laut. Die Lautstärke kommt in keinem anderen Veranstaltungsort so gut an wie im Ally Pally. Da muss man schon klar sein, im Kopf alles ausblenden und sich nur auf die Scheibe konzentrieren.SPORT1: Ist es wirklich so, dass Darts viele spielen können und die mentale Stärke letztlich entscheidend ist?Hopp: Auch ja. Ich glaube in vielen Sportarten unterscheidet die Besten vom Rest letztendlich die mentale Stärke im Kopf. Das ist ein großer Faktor. Die einen haben es in ihrer Natur, andere müssen sich das antrainieren. Das ist schon unterschiedlich. Aber auch eine gute Technik ist eine Voraussetzung. Man sieht, dass die Spieler, die keinen astreinen Wurfstil haben, über die Jahre auch mal abfallen.Suljovic und Price bei WM-Turnieren bislang erfolglosSPORT1: Was sind in diesem Jahr Ihre eigenen Ambitionen und was ist realistisch?Hopp: Es kann alles passieren. Ich bin in Dortmund bei der Europameisterschaft vor zwei Jahren angetreten, dachte ich komm vielleicht in die zweite, dritte Runde und kam ins Halbfinale. Es ist immer alles möglich. Die eigene Leistung muss stimmen, man muss sich gut vorbereiten und da muss man wirklich gerade bei einer WM Leg für Leg, Satz für Satz agieren. Dann kann man sicherlich weit kommen. Aber wir sehen es an Beispielen wie Mensur Suljovic oder Gerwyn Price, beide herausragende Spieler, aber bei der WM waren sie auch noch nicht im Halbfinale oder Finale. Ally Pally ist nochmal etwas anderes, ein heißes Pflaster. Da kann man nichts vorhersagen. Man muss sich Spiel für Spiel orientieren. (Der Spielplan der Darts-WM 2020 als PDF zum Downloaden und Ausdrucken)SPORT1: Auf was kommt es beim speziellen Satz-Modus an?Hopp: Der Satz-Modus wird nur einmal im Jahr bei der WM gespielt. Darauf trainiert man auch speziell. Das Gute daran ist, dass es häufiger Unterbrechungen gibt. Das heißt, wenn das Spiel mal nicht ganz so gut läuft, kann man sich hinter der Bühne kurz sammeln und dann wieder gestärkt auf die Bühne zurückkehren.SPORT1: Inwieweit macht die Auslosung, die ergeben hat, dass es in der zweiten Runde zu einem deutschen Duell mit Gabriel Clemens und im Viertelfinale zum Spiel gegen die Nummer eins kommen könnte, mehr Lust auf die WM?Hopp: Große Lust! Ich bin mir dessen natürlich bewusst. Ich weiß, dass es ein Viertelfinale gegen van Gerwen sein kann, auch die Revanche aus dem letzten Jahr, wenn ich gut drauf bin. Auch mit James Wade und Ian White sind weitere namhafte Spieler in der Turnierhälfte. Zwischen Clemens und van de Pas wird mein erster Gegner ermittelt. Gegen beide habe ich schon mehrfach gespielt und kenne sie sehr gut. Das fühlt sich für mich schön an, ich kenne die Charaktere. Ich weiß, wie sie agieren, wie sie sich vorbereiten, wo ihre Schwachpunkte sind. Deswegen ist es für mich sehr angenehm, dass ich nicht auf so einen Labanauskas aus Litauen treffe, den ich vielleicht gar nicht so gut kenne und der mich dann überrascht. Die Leistungsdichte ist größer geworden, mittlerweile kann jeder jeden schlagen. Es ist egal, gegen wen du spielst, wenn die eigene Performance nicht stimmt, kannst du gegen jeden untergehen.DAZN gratis testen und die größten Darts-Turniere live & auf Abruf erleben | ANZEIGE Hopp: "Kann auf Clemens keine Rücksicht nehmen"SPORT1: Was spricht im Erstrundenduell für wen und insbesondere für Gabriel Clemens?Hopp: Einiges spricht für Gabriel. Er hat sich auf der Bühne speziell in den letzten Monaten sehr gut entwickelt, hat einen schönen Wurf. Mir ist es aber ehrlich gesagt egal, ob es ein deutsches Duell oder ein deutsch-holländisches Duell wird. Ich habe ein Gegnerbild im Kopf. So gehe ich in jedes Turnier. Gegner ist Gegner, den will ich weghauen und eine Runde weiterkommen. Jeder kämpft für sich, ums Weiterkommen, viel Geld, Ranglistenpositionen. Und selbst wenn es dann ein deutsches Duell wird, kann ich auf Gabriel keine Rücksicht nehmen.SPORT1: Sie waren in England und haben Jürgen Klopp getroffen. Wie war das?Hopp: Ich war gemeinsam mit Raymond van Barneveld an der Anfield Road und habe das Derby Liverpool gegen Everton angeschaut. Am nächsten Tag habe ich dann Kloppo und ein paar Spieler getroffen. Wir haben ein bisschen Darts gespielt. Klopp ist ein supernetter Typ, so wie man ihn kennt. Er ist lustig und hat immer einen Witz auf den Lippen. Und er kann auch Darts spielen. Er hat Talent, ich würde ihn bei mir unterzeichnen lassen. (lacht)SPORT1: Zur Darts-WM reisen immer viele deutsche Fans. Welches Kompliment kann man den Fans in London machen?Hopp: Ein riesiges. Es läuft immer sehr fair ab. Ich kann mich nicht erinnern, dass es in den letzten zehn Jahren irgendwelche großen Ausschreitungen gab. Klar ist der ein oder andere Fan auch mal rausgeflogen. Aber die Fans sind toll und ich finde es klasse, dass so viele Deutsche immer dahin pendeln.Van Barneveld ein Idol von HoppSPORT1: Dieses Jahr ist mit Nico Kurz auch noch ein dritter Deutscher am Start. Was macht ihn aus und was kann er erreichen?Hopp: Er ist ein lockerer Typ, kommt aus Hessen. Meine Mutter würde sagen, er ist ein Spitzbübchen. Er ist ein extrem talentierter Darts-Spieler. Viele haben ihn nicht auf dem Zettel, aber ich traue ihm eine dritte Runde bei der WM auf jeden Fall zu. Ich rechne mit einem Sieg gegen James Wilson und traue ihm auch zu, dass er ein Anschlussduell gewinnen kann. Er ist sehr stark im Kopf. Was viele gar nicht wissen, ist, dass er schon eine starke E-Dart-Karriere hingelegt hat. Er war mehrfach in Las Vegas und hat dort auch schon gewonnen. Er hat echt was auf dem Kasten, bei den Wettanbietern kann man ihn schon mal im Auge halten.SPORT1: Raymond van Barneveld bestreitet seine letzte WM. Ist er nach Phil Taylor die nächste Legende, die abtritt?Hopp: Definitiv. Raymond van Barneveld war eines meiner Kindheitsidole. Ich habe seinen Walk-On gesehen und hatte immer Gänsehaut. Ich habe ihn kennengelernt und fand ihn als Person sehr interessant. Am Board ist er sehr gelassen. Er gibt jungen Spielern auch wirklich gerne Tipps und lädt einen zum Trainieren ein. Er ist ein klasse Typ. Es ist echt schade, dass er geht. Aber die Jungs haben irgendwann ihren Zenit erreicht und wollen nach 30 Jahren auch einfach nicht mehr. Das kann ich auch nachvollziehen nach so vielen Events mit Reisestrapazen. Das WM-Finale gegen Phil Taylor bleibt uns immer in Erinnerung. Ich hoffe wirklich, dass er bei seiner letzten WM nochmal etwas reißen kann und weit kommt. Vielleicht kommt er ja wie Taylor noch einmal ins Finale. Das wäre mit einer Verabschiedung vom Verband am 1. Januar eine große Sache, das würde ich ihm wünschen. Und für sein Leben danach wünsche ich ihm alles Gute.

Gabriel Clemens - der deutsche Darts-GigantGeboren: 16. August 1983, Saarlouis (Deutschland)Familienstand: in einer BeziehungSpitzname: German Giant, oft verkürzt zu "Gaga"Wurfhand: rechtsEinlaufmusik: "Wonderwall" von OasisGabriel Clemens - dieser Name gehört für die deutschen Darts-Fans nun schon seit einiger Zeit zum festen Repertoire. Lange Zeit war es an Max Hopp und Martin Schindler, die deutschen Farben in der PDC zu vertreten, doch seit 2018 hat sich der Mann aus Saarlouis beständig nach oben gespielt und ist keine zwei Jahre nach seinem PDC-Debüt bereits fester Bestandtiel der größten Darts-Show der Welt.Die Darts-WM 2020 im Alexandra Palace ab dem 13. Dezember LIVE auf SPORT1 im Free-TV und LivestreamOft hat man das Gefühl, dass es Clemens selbst noch nicht glauben kann, dass er regelmäßig auf der großen Bühne sein Können unter Beweis stellen kann. Die Tour lebt vom Event und dementsprechend fallen zuerst die extrovertierten Typen auf. Ein Peter Wright bringt schon bei seinem Einlauf die Halle zum Kochen, Michael van Gerwen beeindruckt mit seiner schlafwandlerischen Sicherheit am Oche und Gerwyn Price polarisiert wie kein anderer durch seine selbstsichere, oft provokante Art.Clemens ist in der PDC angekommenDer "German Giant" kommt aber eher nach Spielern wie Mensur Suljovic. Seine ruhige, oftmals schüchtern wirkende Art lässt ihn in der Darts-Show fast schon fehl am Platze wirken. Nur selten gelingt ihm die Interaktion mit dem Publikum. Doch das ändert sich allmählich. "Gaga" lernt ständig dazu und steigert sein Selbstbewusstsein durch Erfolge.Der bisherige Höhepunkt dieser Entwicklung ist der Grand Slam of Darts 2019. Im Gruppenmatch gegen Daryl Gurney checkte er 106 Punkte zur 3:2-Führung aus und da brach es fast schon aus ihm heraus. Er drehte sich zum Publikum, ballte die Faust und schrie seinen Jubel förmlich heraus. Eine Aktion, die das Publikum freudig aufnahm und ihn sofort mit Applaus belohnte.Dies zeigt, Clemens Gabriel ist langsam angekommen auf der PDC Tour und die Fans nehmen ihn wahr.2001: Die ersten Schritte im DartsEine Tatsache, mit der der Saarländer lange Zeit nicht rechnen konnte. Zwar spielt er bereits seit 2001 Darts, zu Beginn jedoch nur hobbymäßig mit Freunden. Das Talent war dort allerdings schon zu erkennen. "Man merkt ja selbst, dass man vielleicht nicht ganz so schlecht ist und hat sich somit auch an die Turniere gewagt, um sich mit anderen zu messen", beschreibt er diese Zeit im Rückblick.Bei den Wettkämpfen blieben die Erfolge aber lange Zeit aus, weswegen er sich von großen Events fernhielt. Auf Vereinsebene sah das allerdings anders aus. Mit dem DV Kaiserslautern feierte er 2014 und 2017 die Deutsche Meisterschaft, 2015 verewigte er sich in der Siegerliste des DDV-Pokals.2016: Erste Erfolge auf der TourIn diese Phase - genauer im Jahr 2016 - fiel auch der Moment des großen Umdenkens bei Gabriel. Er nahm wieder an großen Turnieren teil und zog bei den Luxembourg Open 2016 auch direkt ins Finale ein. Dazu qualifizierte er sich 2017 für sein zweites European Tour Event. Nachdem er im Jahr zuvor den European Darts Grand Prix erreichte - dort scheiterte er bereits in Runde eins - feierte er bei seinem zweiten Auftritt auf der European Tour Siege gegen Dragutin Horvath und Andree Welge.Ab diesem Zeitpunkt ging es in der Karriere des "German Giants" stetig bergauf. Beim BDO-Event World Masters 2017 erreichte er als erster Deutscher überhaupt das Halbfinale. Als er 2018 dann auch noch die Tour Card für die PDC ergattern konnte, war er endgültig in der Darts-Welt angekommen.Kleiden wie die eSports-Profis? Kein Problem! Der SPORT1-eSports-Shop! | ANZEIGEBei den UK Open 2018 führte er sich direkt mit einem 6:0-Whitewash gegen Andrew Gilding ein und verpasste anschließend in einem Krimi gegen Kim Huybrechts nur knapp die nächste Runde. Dazu erreichte er in diesem Jahr sein erstes Pro Tour Finale. Beim Players Championship Turnier in Milton Keynes musste er sich im Finale aber Altmeister Gary Anderson mit 5:6 geschlagen geben.2019: Clemens feiert seinen Durchbruch2019 begann direkt mit seinem zweiten Finale bei einem Pro Tour Event, diesmal unterlag er aber Price mit 4:8. Beim German Darts Masters stieß er ebenfalls sensationell bis ins Finale vor, aber auch hier war ihm das Glück wieder nicht hold. Diesmal war es an Wright, der mit einem 8:6-Sieg den ersten "Gaga"-Triumph verhinderte.Aber auf dem Weg ins Finale hatte er so große Namen wie Raymond van Barneveld, Rob Cross und Suljovic ausgeschaltet. Jetzt war Gabriel endgültig in der Riege der Spieler angekommen, mit dem sich auch die Kontrahenten beschäftigen.Trotz all dieser starken Ergebnisse ist der 36 Jahre alte Saarländer nicht vollauf zufrieden mit dem Jahr 2019. "Ich würde mir ich mir eine 3+ geben. Es ist immer noch Luft nach oben. Das Spiel muss immer konstanter werden, dieser Prozess dauert einfach relativ lange. Grundsätzlich kann ich das gleiche wie die ganz großen Namen auf der Tour, nur sie können es halt öfter", gab sich Clemens bei SPORT1 bescheiden.Der "Giant" entscheidet sich für die Profi-KarriereBei der PDC Weltmeisterschaft 2020 kann er es nun beweisen, dass er zurecht über die Order of Merit qualifiziert ist. Als bisher bestes Ergebnis bei der WM steht der Einzug in die zweite Runde 2019 zu Buche. Um dieses Ergebnis zu toppen, hat sich der Saarländer mittelrweile voll und ganz dem Darts verschrieben.SPORT1 STARTER PAKET – Dartscheibe, Pfeile & Zubehör. Jetzt günstig im Set erhältlich – HIER SICHERN | ANZEIGEClemens arbeitete jahrelang als Industriemechaniker und entschied sich erst in diesem Jahr, voll auf die Karte Darts zu setzen. Er gab den Freistellungsantrag ab und tauschte damit die Arbeitsmontur endgültig gegen das schwarze Polo-Shirt, das er - abwechselnd mit einem roten - auf der Bühne trägt. Durch den Wegfall der Doppelbelastung steigerte er seinen Average merklich. Für einen Darts-Profi ist dies das A und O.KarriereerfolgePDC2019: German Darts Masters Finale2018: UK Open 3. RundeBDO2017: World Masters HalbfinaleGabriel Clemens in den sozialen NetzwerkenTwitter, Instagram, Facebook

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In zwei Tagen ist es soweit: Am Freitag, 13. Dezember, startet die Darts-WM, die Sport1 bis zum Finale am 1. Januar live im Free-TV überträgt. Vor Beginn des Pfeile-Spektakels im Londoner Alexandra Palace spricht die deutsche Darts-Hoffnung Max Hopp im exklusiven Sport1 Interview mit Moderator Hartwig Thöne unter anderem über seine Ambitionen, das mögliche deutsche Duell in der zweiten Runde gegen Gabriel Clemens und WM-Debütant Nico Kurz.

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