12.12.2019 - 21:30 Uhr
rnz.de
Von Daniel HundLemgo. Der Lärm war ohrenbetäubend. 3915 Zuschauer feierten in der Arena Lemgo eine Handball-Party der Extraklasse, klatschten sich die Finger wund. Nur die paar Gelbe waren irgendwie am fehl am Platz. Denn die Spieler der Rhein-Neckar Löwen hatten keinen Bock auf Party, die wollten nach der 25:30-Pleite beim TBV Lemgo einfach nur weg. Schnell unter die Dusche und noch schneller in den Bus. Patrick Groetzki machte da keine Ausnahme. Doch "Johnny" nahm sich noch Zeit für die RNZ. Er war fassungslos: "Diese Niederlage ist eine Katastrophe. Wir sind von unseren eigenen Ansprüchen meilenweit entfernt", schüttelte er mit dem Kopf, "denn bei allem Respekt vor Lemgo, das ja auch noch großes Verletzungspech hat, was wir hier gezeigt haben, das war peinlich."Los ging es wie so oft in dieser Saison: Mit Ilija Abutovic, mit Jesper Nielsen – ohne Gedeon Guardiola. Eben so, wie sich Trainer Kristjan Andressson seinen Innenblock vorstellt. Nachvollziehbar? Nicht wirklich. Belegt wird das auch durch eine Statistik des Bezahl-Senders Sky, der sich vor dem Spiel die Mühe gemacht hat, die gelben Abwehr-Riesen mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Und wer hatte im bisherigen Saisonverlauf die Nase vorne? Na Gedeon Guardiola, der spanische Kreis-Torero. 13 geblockte und 7 gestohlene Bälle stehen in seiner ganz persönlichen Statistik. Mithalten können seine beiden Kollegen da nicht – und das, obwohl sie auf deutlich mehr Spielzeit kommen.Wie auch immer, der Löwen-Motor stotterte einmal mehr. Vorne tat man sich schwer, rannte sich fest, suchte oft vergeblich nach Lösungen. Der TBV machte es besser. Pfeilschnell war der unterwegs, wackelte den badischen Abwehrriegel immer wieder aus. Beim 6:9 (13.) hatte Andresson dann erst einmal genug gesehen. Auszeit, grübel, grübel und studier – die Suche nach dem Masterplan. Gefunden hat man ihn nicht, denn es ging genau so weiter. Man lief wieder mal hinterher, wankte gegen einen vermeintlich Kleinen der Bundesliga. Die Quittung: Mit einem 14:17 ging es in die Pause. Kopfschüttelnd, leicht ratlos wirkend, so schlich der zweifache Meister in die Katakomben. Kaum zurück, suchte man die breite Brust weiter vergeblich. Andy Schmid und Co. kamen einfach nicht mehr ran, wirkten saft- und kraftlos. Und das in Lemgo, bei einem Gegner, den man mit diesem Kader normalerweise einfach beherrschen muss. Doch es scheint vieles nicht zu stimmen, dunkle Wolken befinden sich am Löwen-Himmel. Groetzki ließ weiter Dampf ab. "Im Angriff finden wir keine Lösungen und in der Abwehr fehlt die Abstimmung. Wir sprechen nicht miteinander und schaffen es Woche für Woche nicht, mal zwei Spiele hintereinander eine gute Abwehrleistung zu zeigen." Das einzig Positive: Die Liga spielt insgesamt verrückt. Selbst Kiel, der Topfavorit auf den Titel, kassierte gestern mal wieder eine Pleite in Berlin (28:29).Lemgo: Carlsbogard 7, Theuerkauf 6, Reimann 5, Zerbe 4, Guardiola 3, Cederholm 2, Baijens 2, van Olphen 1.Löwen: Kohlbacher 5, Groetzki 5, Petersson 4, Gensheimer 4, Fäth 3, Nielsen 2, Larsen 1, Schmid 1.Stenogramm: 1:2, 4:3, 7:4, 9:6, 9:8, 12:9, 15:12, 17:14 (Halbzeit), 19:17, 25:21, 27:22, 30:25 (Endstand).
  

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