10.12.2019 - 06:00 Uhr
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Von Tillmann BauerMannheim. Niclas Kirkelokke hatte es eilig. Ein großer Mann im schwarzen Anzug stand bereits drängelnd neben ihm und blickte mit strengem Blick auf seine Uhr. So konnte der dänische Rückraumspieler, der vor der Saison neu zu den Rhein-Neckar Löwen gekommen war, nur kurz über den Heimsieg gegen Göppingen sprechen, bei dem es auch für ihn persönlich – zumindest in der Schlussphase – besser als zuletzt lief. „Das war sicher nicht die beste erste Halbzeit von uns“, sagte Kirkelokke. Sein Deutsch ist mittlerweile recht passabel, ins Englische weicht der 25-Jährige kaum noch aus: „Die Abwehr war denke ich ganz gut.“ Wichtig sei es gewesen, so Kirkelokke, dass man sich in der letzten Phase hat steigern können. Gerade im Angriff. Schließlich lief dort in den ersten 50 Minuten – milde ausgedrückt – nicht wirklich viel zusammen. Dann schlugen aber die Halben Kirkelokke und Steffen Fäth, die bisher beide noch eine durchwachsene Saison spielen, zu. Kirkelokke traf insgesamt fünfmal und zeigte, dass er mit seiner Dynamik den Löwen in Zukunft noch eine große Hilfe sein kann. „Insgesamt war das ganz gut, denke ich“, schob er noch schnell nach. Mehr Zeit war nicht. der Däne verschwand neben der Löwen-Kabine hinter einer Tür, auf der das Wort „Dopingkontrolle“ geschrieben stand. Dann war erstmal Ruhe. Kirkelokke hatte Recht. Tatsächlich wirkte der Löwen-Innenblock, der wieder einmal aus Jesper Nielsen und Ilja Abutovic bestand, zumindest zeitweise gefestigter als zuletzt im Pokal gegen Hannover. Gedeon Guardiola, der die Löwen nach der Saison zum TBV Lemgo, bei dem man am Donnerstag um 19 Uhr zur nächsten Auswärtsaufgabe gastiert, verlassen wird, musste 60 Minuten von der Auswechselbank zuschauen. Einer, der aufgrund seiner eigenen Karriere geradezu prädestiniert dazu ist, die Defensive zu bewerten, ist Oliver Roggisch, die ehemalige Abwehr-Ikone der Nationalmannschaft und der heutige Sportliche Leiter der Löwen: „Diesmal standen wir hinten gut, hatten aber vorne unsere Probleme“, sagte der Zweimeter-Mann: „Man sieht, dass wir uns in dieser Saison noch immer schwertun, das zieht sich durch alle Spiele.“ Mal stehe man defensiv gut – so wie diesmal, weil man lediglich 21 Gegentore kassierte – und habe offensiv Probleme, manchmal sei es genau andersherum. Beides klappt selten. Das letzte Löwen-Spiel, in dem es sowohl in der Abwehr als auch im Angriff lief, liegt weit zurück. Roggisch, der so schnell redet, dass man meinen könnte, er überschlägt sich mit seinen Worten gleich selbst, schob hinterher: „Wir wissen alle, dass wir noch Luft nach oben haben. Und am wichtigsten ist zunächst, dass wir die Spiele gewinnen.“ Denn auch wenn die Löwen aktuell keineswegs wie ein Spitzenteam spielen, stehen sie dort in der Tabelle, wo man die Spitzenteams findet. Der glanzlose Erfolg gegen Göppingen war der fünfte Bundesliga-Sieg in Serie, im Tableau steht man gleichauf mit der SG Flensburg/Handewitt vier Minuspunkte hinter dem THW Kiel. Und das, obwohl die Löwen keineswegs stabil stehen und in diesem Jahr bereits in Flensburg, Magdeburg, Hannover und Berlin antreten mussten. „Wir müssen weiter hart arbeiten“, sagte Roggisch noch bei der Pressekonferenz nach dem Göppingen-Spiel. Niclas Kirkelokke war da schon wieder aus der Dopingprobe entlassen. Er schrieb, wie sich das für einen vorbildlichen Löwen eben gehört, fleißig Autogramme für die Fans.
  

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