18.11.2019 - 18:11 Uhr
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Wenn die Rhein-Neckar Löwen am 14. Mai gegen GWD Minden die Bundesliga-Saison beenden, dürften in der Mannheimer SAP Arena wieder viele Tränen fließen. Traditionell verabschiedet der zweifache deutsche Handball-Meister die Spieler gebührend, ...
  

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Rhein Neckar Löwen

25.06.2020 - 06:00 Uhr
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Von Tillmann BauerHeidelberg. Mait Patrail ist zwar kein Finanzexperte, sagte aber vor wenigen Wochen einen entscheidenden Satz: "Handball ist nicht dafür gemacht, ohne Zuschauer zu spielen." So beantwortete der Neuzugang der Rhein-Neckar Löwen die Frage, was er denn eigentlich von Geisterspielen halte. Auch wenn der gebürtige Este aus der Perspektive eines Spielers und somit von fehlenden Emotionen und Energien – anstatt von fehlenden Einnahmen – sprach, brachte sein Gedanke die Problematik auf den Punkt.Handball lebt von Zuschauern.Weil spätestens seit dem Saison-Abbruch der Handball-Bundesliga bekannt ist, dass die Einnahmen, die durch den TV-Vertrag mit dem Bezahlsender Sky erwirtschaftet werden, maximal fünf Prozent – meist sogar noch weniger – des Gesamtetats der Vereine ausmachen, wählte Uwe Schwenker, der Ligapräsident, seine Worte am MIttwoch weise: "Wir werden weiterhin alles in unserer Macht stehende unternehmen, um passende Rahmenbedingungen für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs mit Zuschauern zu ermöglichen", sagte er: "Denn Sport lebt von Emotionen – und die gibt es eben nur zu 100 Prozent auf dem Spielfeld und vor vollen Rängen."Volle Ränge? Dahinter steht weiterhin ein dickes Fragezeichen. Zumindest bekamen die Bundesligisten eine Perspektive in Form von neuen Informationen, wie es weitergehen wird, aufgezeigt. Die nächste Saison soll am 1. Oktober starten – die genauen Spielpläne für Uwe Gensheimer und Co. sollen bis Juli veröffentlicht werden. Beendet soll die nächste Spielzeit dann bis Ende Juni des kommenden Jahres sein. "In jedem Fall erwartet uns eine sehr komplexe Saison, die uns aufgrund der hohen Termindichte viel Flexibilität und Solidarität abverlangen wird", sagte Frank Bohmann. Der HBL-Geschäftsführer sei aber überzeugt, dass alle Beteiligten dies verinnerlicht haben. Weil es nämlich – wie bereits bekannt – keine Absteiger aus der vergangenen Runde geben wird, werden in der Bundesliga nicht wie gewohnt 18, sondern diesmal 20 Teams antreten. Der HSC Coburg und TuSEM Essen steigen aus der Zweiten Liga auf, damit wird die Meisterschaft nicht mehr an 34, sondern diesmal an 38 Spieltagen ausgespielt.Weil aber Bundesliga-Begegnungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit fast alle Klubs in noch größere wirtschaftliche Schwierigkeiten bringen würden, arbeitet die HBL nun an einem detaillierten Hygiene- und Betriebskonzept. So sollen in die Arenen zumindest teilweise Zuschauer zugelassen werden. Außerdem müssten wohl die Eintritts-Tickets personalisiert werden, um die Fans im Falle auftretender Corona-Infektionen zügig kontaktieren zu können. Sollte alles nach Plan laufen, kann die Liga ihr Konzept Ende September testen. Dann soll der Supercup zwischen Meister Kiel und der SG Flensburg-Handewitt in Düsseldorf stattfinden – der Startschuss für die Fans und gleichzeitig die Generalprobe für das Hygienekonzept.Auch wenn dieses Szenario aktuell noch endgültig durchdacht werden muss und in den kommenden Wochen vorgestellt wird, hat das Fachmagazin "handball inside" bereits ein mögliches Konzept durchgerechnet. Will man den Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten, kommt man bei allen Bundesliga-Hallen im Schnitt auf eine mögliche Auslastung von 17,5 Prozent – die Stehplätze fallen weg und müssten mit Sitzschalen umgebaut werden. In der Mannheimer SAP Arena würde das bedeuten, man könnte 2191 Zuschauer pro Spiel einlassen. Ein Wert, der die Löwen wohl kaum zufrieden stellen würde. HBL-Geschäftsführer Bohmann ist optimistischer und hofft derweil auf eine 50-prozentige Zuschauerauslastung in allen Hallen. Er kennt die Zahlen, er weiß, ab wann sich eine Teilauslastung der Arenen für die Vereine lohnen würde. Bohmann ist – im Gegensatz zu Mait Patrail – ein echter Finanzexperte. Er sagt: "Der Profi-Handball braucht Zuschauer, sonst ist diese Sportart auf Dauer finanziell nicht durchführbar." Während der eine Emotionen vermisst, benötigt der andere Einnahmen – im Prinzip kann der Handball aber nur mit beidem überleben.

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